Lebensraum Natur

In den klassischen Natur- und Waldkindergärten (75%) halten sich die Kinder bei jedem Wetter wochentags täglich mindestens vier Stunden in der Natur auf. Nur bei Sturm oder anderer extremer Wetterlage wird eine Unterkunft aufgesucht. Dies kann ein Bauwagen, eine Hütte oder ein Gruppenraum in einer Institution sein.

Ganzheitliche Bildung

Wie allen Kindertageseinrichtungen liegt auch den Natur- und Waldkindergärten das Kindertagesstättengesetz zugrunde. Die Bildungspläne, Programme, Empfehlungen, Leitlinien, Grundsätze, Vereinbarungen der Bundesländer werden ganzheitlich umgesetzt.

Entdecken, Erforschen, Erfinden

Die Kinder beschäftigen sich im Natur- und Waldkindergarten überwiegend mit den Naturmaterialien, die sie in Wald, Feld und Flur finden. Sie bauen daraus Spielzeug und fertigen Werkzeug an. Sie erschaffen eigene Spielwelten. Naturgegenstände verwandeln sich spielerisch in Kultur- und Naturobjekte. Ein Stein wird Auto, Käfer, oder Handy. Ein Ast erhält Zauberkraft und wird als Schutz mit auf die Abenteuerreise genommen. Blätter werden untersucht, nach Farben aufgereiht, Eicheln werden gegen Kastanien getauscht. Auf dem Boden entstehen plastische und gezeichnete Bilder. Pilze werden betrachtet und ein toter Vogel begraben.

Projekte, Aktionen, Prozesse

In vielen Natur- und Waldkindergärten wird mit den Kindern projekt- und prozessorientiert gearbeitet. Dabei eignen sich die Kinder in hervorragender Weise Wissen und Erfahrung an. In der Regel werden während eines Projektes alle relevanten Bildungsbereiche der Bildungspläne angesprochen. Wünsche, Ereignisse und Entdeckungen der Kinder, aktuelle Situationen in der Gruppe sowie kulturelle Anlässe ergeben die Themen für geplante Aktionen und Projekte. Von Anfang an werden die Kinder an allen Prozessen beteiligt.

Gesundheitsförderung

Der Wald, der Strand, die Wiese bieten Kindern die besten Möglichkeiten, ihren natürlichen Bewegungsdrang durch Klettern, Springen, Laufen und Balancieren auszuleben. Die sich daraus ergebene Herausforderungen bewältigen die Kinder spielend. Der Aufenthalt draußen und der Umgang mit der Natur wird für die Kinder schon nach kurzer Zeit zu etwas Selbstverständlichem. Aber nicht nur Bewegung und frische Luft werden in den Naturräumen erlebt. Als eine besondere Erfahrung kann hier „Stille“ wahrgenommen werden. Abseits vom Lärm und künstlichen Reizen, in stressfreier Atmosphäre, kann innere Ruhe entstehen. Der intensive Aufenthalt zu allen Jahreszeiten in der Natur sowie die Umsetzung des natur- und waldpädagogischen Konzeptes wirken sich positiv auf die gesamte kindliche Entwicklung aus: