Was ist ein Natur- oder Waldkindergarten

Jeden Tag draußen unterwegs, egal, ob es regnet, schneit oder ob die Sonne vom Himmel brennt: Natur- und Walkindergärten arbeiten nach dem Motto: "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung". Sie erfreuen sich immer größerer Beliebtheit bei Eltern, die ihren Kindern ein Spielen und Lernen im Einklang mit der Natur ermöglichen möchten.

Warum Natur- und Waldkindergärten?

Der junge Mensch braucht seinesgleichen - nämlich Tiere, überhaupt Elementares: Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum. Man kann ihn auch ohne dies alles aufwachsen lassen, mit Stofftieren, Teppichen, auf asphaltierten Straßen und Höfen. Er überlebt es, doch man soll sich dann nicht wundern, wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen nicht lernt.

Von Skandinavien nach Deutschland

In Schweden entstand bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine Naturpädagogik-Bewegung, die Aktivitäten für alle Altersgruppen anbot. Aus dieser Bewegung entstanden Mitte des 20 Jahrhunderts die ersten Kleinkindgruppen, 1984 wurde der erste schwedische Waldkindergarten eröffnet.

Rahmenbedingungen der Natur- und Waldkindergärten

Die Größe einer Natur- und Waldkindergartengruppe beträgt 15 – 20 Kinder, in einigen Bundesländern auch 22 Kinder, von 3 – 6 Jahren. Betreut werden sie von zwei Erzieherinnen  oder Erziehern, die über eine Qualifikation im Bereich Natur- und Waldpädagogik  verfügen und sich regelmäßig auf diesem Gebiet fortbilden.

Der Tagesablauf in einem Natur- und Waldkindergarten

Ein Halbtagskindergarten

Morgenkreis
Der Natur- und Waldkindergarten beginnt den Tag draußen an einem festen Treffpunkt mit der Begrüßungsrunde. Ob nun im Sitzen oder Stehen hängt von der Wetterlage, dem Thema oder einer Aktion ab. „Wer ist heute alles da und wer fehlt in unserem Kreis und wie viele sind wir heute?“ Es werden Fragen gestellt und es ergeben sich erste Gespräche. Jahreszeitliche Lieder, Gedichte und Spiele folgen. Anschließend wird gemeinsam übergelegt: „Wo gehen wir heute hin, was unternehmen wir dort?“ Viele Vorschläge werden gemacht, trotzdem wird schnell eine gemeinsame Entscheidung getroffen und die Kinder stürmen zum verabredeten Ort.